Der Sternenhimmel heute sieht anders aus als vor drei Monaten – und auch anders als morgen früh um fünf. Welche Sternbilder du siehst, hängt von Jahreszeit, Uhrzeit und deinem Standort ab, die Planeten wandern zusätzlich langsam durch den Tierkreis. Die Live-Sternenkarte oben rechnet all das für dich aus. Darunter erfährst du, worauf du heute Nacht achten kannst.
So benutzt du die Live-Sternenkarte
Kurz gesagt: Ort wählen, Uhrzeit einstellen, Stern antippen. Mehr braucht es nicht, um den Sternenhimmel heute Nacht über deiner Stadt zu sehen.
- Standort: Oben rechts wählst du Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt, München, Wien oder Zürich. Mit dem Fadenkreuz-Symbol nutzt die Karte deinen genauen Standort – nur wenn du das im Browser erlaubst.
- Uhrzeit: Mit dem Regler stellst du eine Zeit zwischen 18 Uhr abends und 6 Uhr morgens ein. „Jetzt“ springt zurück zur aktuellen Uhrzeit. Tagsüber zeigt die Karte automatisch den Himmel um 22 Uhr, weil bei Tageslicht keine Sterne zu sehen sind.
- Bewegen und zoomen: Ziehe mit Finger oder Maus über den Himmel, um dich umzusehen, und zoome mit zwei Fingern oder dem Mausrad.
- Ebenen: Die Leiste unten schaltet Sternbildlinien, Sternbildfiguren, Atmosphäre, Landschaft, Gitterlinien, Nebel und Milchstraße an oder aus.
Die Karte blickt zu Beginn nach Süden. Dort ziehen im Laufe der Nacht die meisten Sternbilder und Planeten vorbei, weil sie im Süden ihren höchsten Stand erreichen.
Welcher Stern ist das? So findest du es heraus
Tippe den Lichtpunkt in der Karte an – dann siehst du Name, Sternbild, Helligkeit und wo er gerade steht. Das funktioniert für Sterne, Planeten, den Mond und viele Nebel und Galaxien.
Ein paar Faustregeln helfen auch ohne Karte:
- Sehr hell, ruhig leuchtend, kein Funkeln: wahrscheinlich ein Planet. Venus – der Morgen- und Abendstern – ist nach dem Mond das hellste Objekt am Nachthimmel und steht immer in der Nähe der Sonne, also am Abend- oder Morgenhimmel. Jupiter ist ebenfalls auffallend hell und oft die ganze Nacht zu sehen.
- Rötlich: Mars oder ein roter Riesenstern wie Beteigeuze im Orion, Aldebaran im Stier oder Antares im Skorpion.
- Der hellste Fixstern: Sirius im Großen Hund. Er steht im Winter tief im Süden und funkelt wegen der Luftunruhe in Horizontnähe oft bunt.
- Ein Stern, der sich nicht bewegt: der Polarstern. Er steht fast genau über dem Nordpol der Erde, deshalb scheint sich der ganze Himmel um ihn zu drehen. Du findest ihn, indem du die hintere Kante des Großen Wagens etwa fünfmal nach oben verlängerst.
Die Helligkeit wird in Größenklassen („mag“) angegeben: Je kleiner der Wert, desto heller der Stern. Mit bloßem Auge siehst du unter dunklem Himmel Sterne bis etwa 6 mag, in der Stadt oft nur bis 3 oder 4 mag.
Was sieht man heute am Himmel? Die Sternbilder der Jahreszeiten
Welche Sternbilder du am Abend siehst, bestimmt vor allem die Jahreszeit. Die Erde umrundet die Sonne, und so blicken wir nachts im Laufe des Jahres in unterschiedliche Richtungen des Weltalls.
| Jahreszeit | Am Abendhimmel gut zu sehen | Helle Sterne |
|---|---|---|
| Frühling | Löwe, Jungfrau, Bärenhüter, Großer Wagen hoch im Norden | Regulus, Spica, Arktur |
| Sommer | Leier, Schwan, Adler (Sommerdreieck), tief im Süden Skorpion und Schütze | Wega, Deneb, Atair, Antares |
| Herbst | Pegasus, Andromeda, Kassiopeia, Perseus, Fische, Wassermann | Fomalhaut tief im Süden |
| Winter | Orion, Stier, Zwillinge, Großer Hund, Fuhrmann | Sirius, Beteigeuze, Rigel, Aldebaran, Kapella |
Einige Sternbilder gehen in Deutschland nie unter. Dazu gehören der Große Wagen (Teil des Großen Bären), Kassiopeia mit ihrer W-Form und der Kleine Bär mit dem Polarstern. Sie stehen das ganze Jahr über am Nordhimmel, nur unterschiedlich hoch.
Zur späteren Nachtstunde siehst du schon die Sternbilder der nächsten Jahreszeit: Im Herbst steigt nach Mitternacht der Orion im Osten auf, der im Winter den Abendhimmel prägt. Mehr über die zwölf Sternbilder des Tierkreises erfährst du auf unseren Seiten zu den Sternbildern, etwa zum Sternbild Löwe oder zum Sternbild Zwillinge.
Planeten heute sichtbar? So erkennst du sie
Planeten findest du immer entlang einer gedachten Linie durch die Tierkreis-Sternbilder – der Ekliptik. Dort laufen auch Sonne und Mond über den Himmel.
Mit bloßem Auge sind fünf Planeten zu sehen: Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Merkur steht immer nah an der Sonne und ist nur kurz in der Dämmerung tief am Horizont zu erkennen. Die anderen vier sind leichter zu finden, wenn sie gerade günstig stehen. Uranus und Neptun brauchen ein Fernglas oder Teleskop.
Die Live-Sternenkarte zeigt unter der Zeitleiste, welche hellen Planeten und ob der Mond zur gewählten Zeit über dem Horizont stehen, jeweils mit Himmelsrichtung und Höhe in Grad. Ein Klick darauf schwenkt die Karte direkt dorthin. Zur Orientierung: Eine ausgestreckte Faust entspricht am Himmel etwa 10 Grad.
Tipps für die Beobachtung heute Nacht
Ein dunkler Ort, etwas Geduld und ein mondloser Abend machen den größten Unterschied. Ein Teleskop brauchst du für die ersten Schritte nicht.
- Augen anpassen lassen: Gib deinen Augen 20 bis 30 Minuten Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ein kurzer Blick ins helle Handy setzt das zurück – stelle die Bildschirmhelligkeit deshalb ganz herunter.
- Weg vom Licht: Straßenlaternen und beleuchtete Fenster überstrahlen schwache Sterne. Schon ein Park oder der Stadtrand hilft.
- Mondphase beachten: Um Vollmond ist der Himmel so hell, dass viele Sterne verschwinden. Die besten Nächte für Sterne liegen rund um Neumond – wie der Mond gerade steht, zeigt Mondphase heute.
- Fernglas statt Teleskop: Ein einfaches Fernglas (etwa 7×50 oder 10×50) zeigt dir die Jupitermonde, Sternhaufen wie die Plejaden und viel mehr Sterne als das bloße Auge.
- Warm anziehen: Auch in Sommernächten wird es beim ruhigen Stehen schnell kühl.
Ein Stern mit deinem Namen: Mit einer Sterntaufe erscheint ein sichtbarer Stern mit dem Namen deiner Wahl auf unserer Sternenkarte – inklusive Urkunde und Koordinaten.
Stern taufen →Woher die Daten kommen
Die Karte nutzt die Stellarium Web Engine, eine Open-Source-Planetariumssoftware (Lizenz AGPL-3.0), die auch hinter Stellarium Web steckt. Die Sternpositionen stammen aus Katalogen der Weltraummissionen Hipparcos und Gaia der Europäischen Weltraumorganisation ESA.
Für die Planeten und den Mond berechnet die Software die Positionen für den gewählten Zeitpunkt. Die Angaben zu Höhe und Himmelsrichtung sind auf etwa ein Grad genau – das reicht, um am echten Himmel die richtige Stelle zu finden. Wetter und Wolken kann die Karte natürlich nicht vorhersagen: Ein Blick in die Wolkenvorhersage lohnt sich vor jedem Beobachtungsabend.
Diesem Stern einen Namen geben
Viele Menschen schauen in den Himmel und denken an jemanden – eine Sterntaufe macht daraus ein Geschenk. Dabei wird ein echter, mit bloßem Auge sichtbarer Stern auf einen Wunschnamen im Stardust-Sternregister eingetragen.
Ehrlich gesagt: Offizielle Sternnamen vergibt nur die Internationale Astronomische Union, das gilt für alle Anbieter. Was echt ist: der reale Stern, seine Koordinaten auf der Urkunde und der dauerhafte Registereintrag. Und auf unserer Sternenkarte erscheint der Stern mit seinem neuen Namen, sobald du die Registernummer eingibst.
- Mit der Einzelsterntaufe bekommt eine Person einen hellen, ganzjährig sichtbaren Stern.
- Mit der Sternzeichentaufe taufst du den Eckstern im Sternbild ihres Sternzeichens – am leichtesten wiederzufinden.
- Wie du einen getauften Stern am echten Himmel findest, zeigt unser Ratgeber Stern finden. Für draußen eignet sich zusätzlich eine drehbare Sternkarte.






