Das Sternbild Löwe (lateinisch Leo) ist eines der wenigen Sternbilder, die tatsächlich ein bisschen wie ihr Namensgeber aussehen. Vorne die Sichel als Kopf und Mähne, hinten ein Dreieck als Hinterleib und Schwanz. Am Frühlingshimmel ist der Löwe deshalb ein idealer Einstieg für alle, die Sternbilder kennenlernen möchten.
Wo steht der Löwe am Himmel?
Der Löwe liegt auf der Ekliptik zwischen dem Krebs und der Jungfrau, direkt unterhalb des Großen Wagens. Sonne, Mond und Planeten ziehen regelmäßig durch das Sternbild.
Mit 947 Quadratgrad ist das Sternbild Löwe das zwölftgrößte der 88 Sternbilder und das drittgrößte im Tierkreis. Es hat neun Nachbarn: Großer Bär, Kleiner Löwe und Luchs im Norden, der Krebs im Westen, Wasserschlange, Sextant und Becher im Süden sowie die Jungfrau und das Haar der Berenike im Osten.
Eine Besonderheit ist Regulus: Der hellste Stern im Löwen liegt nur rund ein halbes Grad von der Ekliptik entfernt, also fast genau auf der scheinbaren Sonnenbahn. Deshalb ziehen Mond und Planeten oft sehr nahe an ihm vorbei, und in manchen Jahren bedeckt der Mond Regulus sogar.
So findest du das Sternbild Löwe
Am einfachsten findest du den Löwen über den Großen Wagen: Die Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne vom Polarstern weg führt in seine Richtung. Dort erkennst du die Sichel, ein spiegelverkehrtes Fragezeichen mit Regulus als Punkt.
So gehst du Schritt für Schritt vor:
- Großen Wagen suchen: Im Frühling steht er abends fast im Zenit, also hoch über dir.
- Die hinteren Kastensterne nutzen: Nimm die beiden Sterne an der Seite des Kastens, an der die Deichsel ansetzt: Megrez und Phecda.
- Linie nach Süden ziehen: Verlängere ihre Verbindung vom Polarstern weg nach Süden, und zwar ein großes Stück: rund zehnmal so weit, wie die beiden Sterne voneinander entfernt sind.
- Die Sichel erkennen: Du landest im Bereich des Löwen. Sechs Sterne formen ein spiegelverkehrtes Fragezeichen, die „Sichel“. Der helle Stern an ihrem unteren Ende ist Regulus.
- Den Hinterleib ergänzen: Weiter östlich bilden Zosma, Chertan und Denebola ein Dreieck. Denebola markiert die Schwanzspitze.
Eine drehbare Sternkarte zeigt dir, wo der Löwe zu deiner Uhrzeit steht. Weitere Tipps fürs Aufsuchen findest du im Ratgeber Stern finden.
Wann ist der Löwe sichtbar?
Am besten siehst du das Sternbild Löwe in Deutschland von März bis Mai am Abendhimmel. Im April steht es gegen 22 Uhr (Sommerzeit) am höchsten im Süden, im März etwa um 23 Uhr.
Schon im Februar geht der Löwe am Abend im Osten auf. Im Juni und Juli sinkt er nach Sonnenuntergang im Westen ab. Von etwa Mitte August bis Mitte September ist er unsichtbar, weil die Sonne durch das Sternbild zieht. Ab Ende September taucht er in der Morgendämmerung im Osten wieder auf.
Warum der Löwe im Sommer nicht zu sehen ist
Das Sternzeichen Löwe gilt in der Astrologie vom 23. Juli bis 23. August. Wegen der Präzession der Erdachse haben sich Sternzeichen und Sternbilder seit der Antike um fast ein ganzes Zeichen gegeneinander verschoben. Die Sonne steht heute tatsächlich etwa vom 10. August bis 16. September im Sternbild Löwe. Wer im Löwe-Monat Geburtstag hat, sieht sein Sternbild an diesem Tag also kaum oder gar nicht, dafür umso besser im Frühling.
Für alle Löwen: Mit der Sternzeichentaufe taufst du einen echten, mit bloßem Auge sichtbaren Stern im Sternbild Löwe.
Jetzt gestalten →Mythologie: der Nemeische Löwe
In der griechischen Mythologie ist der Löwe der Nemeische Löwe, den Herakles als erste seiner zwölf Aufgaben besiegte. Sein Fell galt als undurchdringlich für jede Waffe.
Der Löwe terrorisierte die Gegend um Nemea auf der Peloponnes. Pfeile prallten an seinem Fell ab, Schwert und Keule richteten nichts aus. Herakles trieb ihn schließlich in seine Höhle und erwürgte ihn mit bloßen Händen. Danach trug er das Löwenfell als Umhang, wie ihn viele antike Darstellungen zeigen. Zeus setzte den Löwen an den Himmel.
Auch andere Kulturen sahen hier einen Löwen, etwa die Babylonier. Der Name Regulus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „kleiner König“, passend zum König der Tiere. Denebola kommt aus dem Arabischen und heißt sinngemäß „Schwanz des Löwen“.
Besonderheiten im Sternbild Löwe
Der Löwe ist Namensgeber eines berühmten Meteorstroms und beherbergt mehrere helle Galaxien, die du schon mit einem mittleren Teleskop sehen kannst.
- Leoniden: Der Meteorstrom hat sein Maximum um den 17. November. Er stammt vom Kometen 55P/Tempel-Tuttle. Meist ist er eher schwach, brachte aber in der Vergangenheit spektakuläre Meteorstürme hervor, etwa 1833 und 1966.
- Leo-Triplett: Die drei Galaxien M65, M66 und NGC 3628 stehen unterhalb des Hinterleibs dicht beieinander und passen gemeinsam in ein Teleskop-Gesichtsfeld.
- M95, M96 und M105: Eine weitere Galaxiengruppe zwischen Regulus und dem Hinterleib, ebenfalls nur im Teleskop sichtbar.
- Algieba: Ein schöner, goldgelber Doppelstern in der Sichel, den ein kleines Teleskop in zwei Komponenten trennt.
- Regulus: Der Stern rotiert extrem schnell, was ihn an den Polen deutlich abgeflacht macht.
Ein Stern im Löwen als Geschenk
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Die hellsten Sterne im Löwen
| Stern | Helligkeit | Besonderheit |
|---|---|---|
| Regulus (α Leonis) | 1,4 mag | Hellster Stern im Löwen, liegt fast genau auf der Ekliptik; rund 79 Lichtjahre entfernt |
| Algieba (γ Leonis) | ca. 2,0 mag | Gesamthelligkeit eines goldgelben Doppelsterns in der Sichel, im Teleskop trennbar |
| Denebola (β Leonis) | 2,1 mag | Schwanzspitze des Löwen, rund 36 Lichtjahre entfernt |
| Zosma (δ Leonis) | 2,6 mag | Rücken des Löwen, Ecke des Dreiecks am Hinterleib |
| ε Leonis | 3,0 mag | Gelber Riesenstern an der Spitze der Sichel |
| Chertan (θ Leonis) | 3,3 mag | Hüfte des Löwen, bildet mit Zosma und Denebola das hintere Dreieck |
Helligkeit in scheinbarer Größe (mag): Je kleiner der Wert, desto heller. Mit bloßem Auge sind unter dunklem Himmel Sterne bis etwa 6 mag sichtbar, in der Stadt meist nur bis 3–4 mag.
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