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Sterne-Lexikon

Beteigeuze: Der rote Riesenstern im Orion

Beteigeuze ist der rötliche Schulterstern des Orion und einer der größten Sterne, die du mit bloßem Auge sehen kannst. Er nähert sich dem Ende seines Lebens – irgendwann wird er als Supernova explodieren. Hier erfährst du, wie du ihn findest und was ihn so besonders macht.

3 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 15. Oktober 2026 · Von der Stardust-Redaktion

Sternbild Orion mit hervorgehobenem Beteigeuze oben links
Bezeichnung
α Orionis (Betelgeuse)
Sternbild
Orion
Helligkeit
ca. 0,0 bis 1,6 mag (veränderlich)
Entfernung
ca. 550 Lichtjahre (Messungen streuen etwa zwischen 500 und 650)
Typ
Roter Überriese, Spektralklasse M1–M2
Sichtbarkeit
Dezember bis März am Abendhimmel, im Herbst nach Mitternacht

Beteigeuze ist ein Stern der Superlative: einer der größten bekannten Sterne, deutlich rötlich und so hell, dass er meist zu den zehn hellsten Sternen am Nachthimmel zählt. Gleichzeitig ist er ein Stern im Umbruch. Seine Helligkeit schwankt, und er steht kurz vor dem Ende seines Lebens – in astronomischen Zeiträumen gemessen.

Wo du Beteigeuze findest

Beteigeuze ist der rötliche Stern oben links im Sternbild Orion, das im Winter abends im Süden steht. Orion erkennst du an den drei Gürtelsternen in einer Reihe.

Um die drei Gürtelsterne herum stehen vier helle Sterne wie die Ecken eines großen Vierecks. Oben links – die „Schulter“ des Himmelsjägers – steht Beteigeuze, unten rechts sein Gegenspieler Rigel. Der Farbunterschied ist mit bloßem Auge gut zu sehen: Beteigeuze leuchtet orange-rot, Rigel bläulich-weiß.

Am Abendhimmel siehst du Beteigeuze von Dezember bis März, im Herbst in der zweiten Nachthälfte. Im Frühsommer verschwindet er mit dem ganzen Orion in der Abenddämmerung. Mit Sirius und Prokyon bildet er das Winterdreieck. Nördlich von ihm schließen sich die Zwillinge an, westlich der Stier mit dem ebenfalls rötlichen Aldebaran.

Ein roter Überriese

Beteigeuze ist ein roter Überriese – an die Stelle der Sonne gesetzt, würde er weit über die Marsbahn hinausreichen. Wie groß genau, ist schwer zu messen; die Werte liegen je nach Methode bei mehreren hundert bis rund tausend Sonnendurchmessern.

Rote Überriesen sind massereiche Sterne in einer späten Lebensphase. Beteigeuze hat vermutlich etwa die 15- bis 20-fache Masse der Sonne, hat in seinem Kern einen großen Teil des Brennstoffs bereits verbraucht und sich dabei enorm aufgebläht. Seine Oberfläche ist mit rund 3.500 Grad deutlich kühler als die der Sonne – daher die rötliche Farbe.

Auch die Entfernung ist nicht leicht zu bestimmen, weil der Stern so groß und unruhig ist. Häufig genannt werden rund 550 Lichtjahre; verschiedene Messungen liegen zwischen etwa 500 und 650 Lichtjahren.

Die große Verdunkelung 2019/2020

Ende 2019 wurde Beteigeuze so schwach wie nie zuvor gemessen – und rückte weltweit in die Schlagzeilen. Viele fragten sich, ob die Supernova unmittelbar bevorsteht.

Normalerweise schwankt seine Helligkeit in Zeiträumen von Monaten bis Jahren zwischen etwa 0,0 und 1,3 mag. Im Februar 2020 sank sie auf rund 1,6 mag: Beteigeuze war plötzlich nur noch ein mittelheller Stern, deutlich schwächer als Rigel. Beobachtungen mit großen Teleskopen zeigten später, dass der Stern eine Gaswolke ausgestoßen hatte, die abkühlte und als Staubschleier einen Teil seines Lichts verdeckte. Inzwischen leuchtet er wieder in gewohnter Helligkeit.

Wann explodiert Beteigeuze?

Beteigeuze wird als Supernova enden – vermutlich irgendwann in den nächsten rund 100.000 Jahren. Genauer lässt sich das derzeit nicht vorhersagen.

Für die Erde wäre die Explosion ungefährlich, dafür ist Beteigeuze viel zu weit entfernt. Sie wäre aber ein Ereignis für die Geschichtsbücher: Für einige Wochen würde der Stern ungefähr so hell leuchten wie der Halbmond und wäre sogar tagsüber zu sehen. Danach würde er langsam verblassen, und der Orion verlöre seine Schulter.

Woher der Name kommt

Der Name Beteigeuze stammt aus dem Arabischen und bedeutet ursprünglich etwa „Hand der Jauza“. Al-Jauza war eine Figur der arabischen Himmelsdeutung, die mit dem Orion verbunden wurde.

Beim Abschreiben mittelalterlicher Handschriften wurde aus „yad“ (Hand) durch einen Lesefehler „bad“ – so entstand über Umwege das heutige „Betelgeuse“ und im Deutschen „Beteigeuze“. Die griechische Bezeichnung α Orionis bekam er, obwohl Rigel meist etwas heller ist.

Ein heller Stern mit deinem Namen

Beteigeuze lässt sich nicht taufen – aber du kannst einem anderen hellen Stern einen Namen geben. Wer den Winterhimmel liebt, findet darin vielleicht eine schöne Geschenkidee.

Mit der Einzelsterntaufe in der Stufe „Leuchtend“ wählen wir einen der hellsten verfügbaren Sterne für dich aus und tragen ihn im Stardust-Sternregister auf den Wunschnamen ein – mit Urkunde, Koordinaten und Online-Sternenkarte. Ehrlich gesagt ist das ein symbolisches Geschenk; offizielle Namen vergibt nur die Internationale Astronomische Union. Wo Orion und Beteigeuze heute Nacht stehen, zeigt dir die Karte Sternenhimmel heute.

Ein heller Stern mit deinem Namen: Mit der Einzelsterntaufe in der Stufe „Leuchtend“ taufst du einen der hellsten verfügbaren Sterne – sichtbar selbst aus der Stadt.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wo finde ich Beteigeuze am Himmel?

Im Sternbild Orion, das im Winter abends im Süden steht. Beteigeuze ist der helle, deutlich rötliche Stern oben links über den drei Gürtelsternen. Unten rechts steht der bläulich-weiße Rigel.

Wann explodiert Beteigeuze?

Das weiß niemand genau. Astronomen erwarten die Supernova irgendwann in den nächsten rund 100.000 Jahren – für menschliche Maßstäbe also wahrscheinlich nicht in naher Zukunft, astronomisch aber bald.

Ist eine Supernova von Beteigeuze gefährlich für die Erde?

Nein. Mit rund 550 Lichtjahren ist Beteigeuze zu weit entfernt, um der Erde zu schaden. Die Explosion wäre aber ein gewaltiges Schauspiel: Für einige Wochen wäre der Stern so hell wie der Halbmond oder heller und sogar am Taghimmel zu sehen.

Warum wurde Beteigeuze 2019/2020 so dunkel?

Ende 2019 und Anfang 2020 sank seine Helligkeit auf einen Rekordwert, er verlor mehr als die Hälfte seines Glanzes. Nach heutigem Wissensstand hatte der Stern eine große Gaswolke ausgestoßen, die abkühlte und als Staub einen Teil seines Lichts verdeckte.

Wie spricht man Beteigeuze aus?

Im Deutschen meist „Be-tei-geu-ze“. Der Name stammt aus dem Arabischen und wurde über Jahrhunderte mehrfach falsch abgeschrieben – im Englischen heißt der Stern Betelgeuse.

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