Der Große Wagen ist für viele der Einstieg in die Sternbeobachtung. Seine sieben Sterne sind hell genug, um selbst aus der Stadt gesehen zu werden, und seine Form ist unverwechselbar. Wer ihn einmal gefunden hat, kann sich von ihm aus über den ganzen Nordhimmel hangeln.
Wo der Große Wagen steht
Der Große Wagen steht in Deutschland das ganze Jahr am Nordhimmel – nur seine Höhe und Lage ändern sich. Er geht nie unter, weil er nah am Himmelsnordpol steht.
Im Laufe des Jahres dreht er sich am Abendhimmel einmal um den Polarstern:
| Jahreszeit | Position am Abend (ca. 22 Uhr) |
|---|---|
| Frühling | hoch über dir, fast im Zenit, „auf dem Kopf“ |
| Sommer | im Nordwesten, Deichsel nach oben |
| Herbst | tief über dem Nordhorizont, waagerecht |
| Winter | im Nordosten, Deichsel nach unten |
Auch im Laufe einer einzigen Nacht dreht er sich um den Polarstern, entgegen dem Uhrzeigersinn. Wie er heute Nacht an deinem Ort steht, zeigt die Live-Karte Sternenhimmel heute.
Die sieben Sterne des Großen Wagens
Vier Sterne bilden den Wagenkasten, drei die Deichsel. Sechs von ihnen sind etwa gleich hell, nur Megrez fällt etwas ab.
| Stern | Teil | Helligkeit (ca.) | Entfernung (ca.) |
|---|---|---|---|
| Dubhe | Kasten, vorne oben | 1,8 mag | 125 Lichtjahre |
| Merak | Kasten, vorne unten | 2,4 mag | 80 Lichtjahre |
| Phecda | Kasten, hinten unten | 2,4 mag | 85 Lichtjahre |
| Megrez | Kasten, hinten oben | 3,3 mag | 80 Lichtjahre |
| Alioth | Deichsel | 1,8 mag | 80 Lichtjahre |
| Mizar | Deichsel, Mitte | 2,2 mag | 80 Lichtjahre |
| Alkaid | Deichselende | 1,9 mag | 105 Lichtjahre |
Die Namen stammen aus dem Arabischen. Spannend: Fünf der sieben Sterne – Merak, Phecda, Megrez, Alioth und Mizar – sind wirklich miteinander verwandt. Sie bewegen sich gemeinsam durch die Milchstraße und sind vermutlich zusammen entstanden. Astronomen sprechen vom Bärenstrom. Dubhe und Alkaid gehören nicht dazu; über Zehntausende Jahre wird sich die Form des Wagens deshalb langsam verändern.
Mizar und Alkor: der Augentest
Neben Mizar in der Mitte der Deichsel steht ein schwächerer Stern, Alkor – wer beide getrennt sieht, hat gute Augen und einen dunklen Himmel. Die beiden heißen im Volksmund auch „Reiterlein“.
Mizar war außerdem einer der ersten Doppelsterne, die im Teleskop entdeckt wurden: Schon ein kleines Fernrohr zeigt, dass Mizar selbst aus zwei Sternen besteht. Mit noch genaueren Methoden fanden Astronomen später heraus, dass das System aus noch mehr Sternen besteht.
Mit dem Großen Wagen andere Sterne finden
Der Große Wagen ist ein Wegweiser: Von ihm aus findest du den Polarstern, den hellen Arktur und die Spica.
- Zum Polarstern: Verlängere die hintere Kante des Kastens – von Merak über Dubhe – etwa fünfmal. Das Bild oben zeigt diese Hilfslinie.
- Zum Arktur: Folge dem Bogen der Deichsel weiter, bis du auf einen hellen, orangefarbenen Stern triffst: Arktur im Bärenhüter, im Frühling und Sommer abends gut zu sehen.
- Zur Spica: Verlängerst du den Bogen über Arktur hinaus, erreichst du Spica, den hellsten Stern im Sternbild Jungfrau.
- Zum Löwen: Die Linie durch die beiden inneren Kastensterne (von Megrez über Phecda) führt nach Süden in Richtung des Sternbilds Löwe.
Großer Wagen, Großer Bär und Kleiner Wagen
Der Große Wagen ist kein eigenes Sternbild, sondern ein Teil des Großen Bären. Die sieben Sterne bilden den Rücken und den langen Schwanz des Bären.
Die übrigen, schwächeren Sterne des Großen Bären formen Kopf und Beine. Sie sind unter dunklem Himmel gut zu erkennen, in der Stadt oft nicht. Der Kleine Wagen gehört zum Sternbild Kleiner Bär. Er ist kleiner, deutlich lichtschwächer und hängt mit seiner Deichsel am Polarstern.
Andere Länder sehen in denselben Sternen andere Figuren: Im englischen Sprachraum heißt der Große Wagen „Big Dipper“ (großer Schöpflöffel), in Großbritannien auch „The Plough“ (der Pflug).
Ein Stern für dich
Die Sterne des Großen Wagens tragen seit Jahrhunderten ihre Namen – taufen kann man sie nicht. Einem anderen sichtbaren Stern kannst du aber einen Namen geben.
Mit der Einzelsterntaufe wird ein echter, mit bloßem Auge sichtbarer Stern im Stardust-Sternregister auf deinen Wunschnamen eingetragen – mit Urkunde, Koordinaten und Online-Sternenkarte. Ehrlich gesagt ist das ein symbolisches Geschenk; offizielle Namen vergibt nur die Internationale Astronomische Union. Wie du einen Stern am echten Himmel wiederfindest, zeigt der Ratgeber Stern finden.
Ein heller Stern mit deinem Namen: Mit der Einzelsterntaufe in der Stufe „Leuchtend“ taufst du einen der hellsten verfügbaren Sterne – sichtbar selbst aus der Stadt.
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