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Sternbild Stier

Sternbild Stier (Taurus): So findest du den Stier am Himmel

Das Sternbild Stier gehört zu den schönsten Sternbildern des Winterhimmels: mit dem rötlichen Aldebaran und gleich zwei Sternhaufen, die du mit bloßem Auge siehst.

4 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 15. Oktober 2026 · Von der Stardust-Redaktion

Sternbild Stier mit seinen Hauptsternen und Verbindungslinien am Nachthimmel
Sternbild
♉︎ Stier (Taurus)
Sternzeichen
21.04. – 20.05.
Am besten sichtbar
Winter (Nov.–Feb.)
Hellster Stern
Aldebaran (ca. 0,9 mag)
Lateinischer Name
Taurus (Genitiv: Tauri, Abkürzung: Tau)
Fläche
797 Quadratgrad (Platz 17 von 88)
Nachbarn
Perseus, Fuhrmann, Zwillinge, Orion, Eridanus, Walfisch, Widder
Sonne im Sternbild
ca. Mitte Mai bis 20. Juni
Sternhaufen
Plejaden (M45), Hyaden
Sichtbar von
ganz Deutschland

Das Sternbild Stier (lateinisch Taurus) ist eines der auffälligsten Tierkreisbilder. Mit dem rötlichen Aldebaran, dem V-förmigen Kopf der Hyaden und den Plejaden bietet es gleich drei Blickfänge, die du ohne Hilfsmittel siehst. Am besten beobachtest du den Stier an klaren Winterabenden.

Wo steht der Stier am Himmel?

Der Stier liegt auf der Ekliptik zwischen dem Widder und den Zwillingen, direkt nordwestlich des Orion. Sonne, Mond und Planeten ziehen also regelmäßig durch dieses Sternbild.

Mit 797 Quadratgrad ist das Sternbild Stier das 17.-größte der 88 Sternbilder. Seine Nachbarn sind Perseus und Fuhrmann im Norden, die Zwillinge im Osten, Orion und Eridanus im Süden sowie Walfisch und Widder im Westen.

Die Ekliptik verläuft zwischen den Plejaden und den Hyaden hindurch. Deshalb bedeckt der Mond in manchen Jahren Aldebaran oder einzelne Plejadensterne, ein schönes Schauspiel schon im Fernglas. Auch Planeten wie Mars oder Jupiter stehen immer wieder im Stier und verändern sein gewohntes Bild.

So findest du das Sternbild Stier

Der sicherste Weg zum Stier führt über den Gürtel des Orion: Verlängerst du die drei Gürtelsterne nach rechts oben, landest du bei Aldebaran. Folgst du derselben Richtung noch ein Stück weiter, erreichst du die Plejaden.

So gehst du vor:

  1. Orion suchen: Im Winter steht Orion abends im Süden. Seine drei Gürtelsterne in einer Reihe sind kaum zu übersehen.
  2. Linie nach Nordwesten ziehen: Folge der Gürtellinie nach rechts oben. Der erste helle, orangefarbene Stern ist Aldebaran.
  3. Das V erkennen: Aldebaran sitzt am Ende eines V-förmigen Sternmusters. Das ist der Kopf des Stiers, gebildet vor allem von den Sternen der Hyaden.
  4. Weiter zu den Plejaden: Verlängerst du die Linie über Aldebaran hinaus, triffst du auf das kleine, neblige Sternhäufchen der Plejaden.
  5. Die Hörner ergänzen: Von den beiden Enden des V führen lange Linien nach Osten zu Elnath (nördliches Horn) und Tianguan (südliches Horn).

Eine drehbare Sternkarte zeigt dir, wann der Stier zu deiner Uhrzeit wo steht. Allgemeine Tipps fürs Aufsuchen findest du im Ratgeber Stern finden.

Wann ist der Stier sichtbar?

Am besten ist das Sternbild Stier in Deutschland von November bis Februar am Abendhimmel zu sehen. Im Januar steht es gegen 21 Uhr hoch im Süden, im Dezember etwa um 23 Uhr.

Schon ab Oktober geht der Stier am späten Abend im Osten auf, die Plejaden sind dabei sein Vorbote. Im März und April sinkt er abends in den Westen. Von etwa Mai bis Anfang Juli bleibt er unsichtbar, weil die Sonne in seiner Nähe steht.

Sternzeichen Stier und Sternbild Stier

Das Sternzeichen Stier umfasst in der Astrologie den Zeitraum vom 21. April bis 20. Mai. Durch die Präzession der Erdachse hat sich der Himmel seit der Antike um fast ein Tierkreiszeichen verschoben. Die Sonne steht heute tatsächlich etwa von Mitte Mai bis zum 20. Juni im Sternbild Stier. In diesen Wochen ist es nachts nicht sichtbar.

Für alle Stiere: Mit der Sternzeichentaufe taufst du einen echten, mit bloßem Auge sichtbaren Stern im Sternbild Stier.

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Mythologie: Zeus als weißer Stier

In der griechischen Mythologie verwandelte sich Zeus in einen prächtigen weißen Stier, um die phönizische Königstochter Europa zu entführen. Am Himmel ist nur der vordere Teil des Tieres zu sehen.

Der Sage nach näherte sich der Stier Europa am Strand, ganz zahm und friedlich. Als sie auf seinen Rücken stieg, stürzte er sich ins Meer und schwamm mit ihr nach Kreta. Dort wurde Europa die Mutter des Minos. Nach ihr ist bis heute unser Kontinent benannt.

Auch die Sternhaufen haben ihre Geschichten. Die Plejaden gelten als die sieben Töchter des Titanen Atlas, die vom Jäger Orion verfolgt wurden. Die Hyaden sind ihre Halbschwestern, ebenfalls Töchter des Atlas. Der Name Aldebaran stammt aus dem Arabischen und bedeutet sinngemäß „der Folgende“, weil der Stern den Plejaden über den Himmel folgt.

Besonderheiten im Sternbild Stier

Der Stier enthält die beiden bekanntesten offenen Sternhaufen am Himmel, die Plejaden und die Hyaden, dazu den Krebsnebel und einen jährlichen Meteorstrom.

  • Plejaden (M45): Das Siebengestirn ist rund 440 Lichtjahre entfernt. Mit bloßem Auge siehst du meist sechs bis sieben Sterne, im Fernglas Dutzende. Der hellste ist Alcyone.
  • Hyaden: Mit rund 150 Lichtjahren ist er einer der erdnächsten Sternhaufen. Er bildet das V des Stierkopfs. Wichtig: Aldebaran steht nur zufällig in derselben Richtung, ist mit rund 65 Lichtjahren aber weniger als halb so weit entfernt und gehört nicht zu den Hyaden.
  • Krebsnebel (M1): Der Überrest einer Supernova, die im Jahr 1054 beobachtet wurde. Er liegt nahe Tianguan an der Spitze des südlichen Horns und ist nur im Teleskop als schwaches Nebelfleckchen zu erkennen.
  • Tauriden: Ein langsamer, eher schwacher Meteorstrom im Oktober und November, der hin und wieder auffällig helle Feuerkugeln hervorbringt.

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Die hellsten Sterne im Stier

SternHelligkeitBesonderheit
Aldebaran (α Tauri)ca. 0,9 magRötlicher Riesenstern, das Auge des Stiers; rund 65 Lichtjahre entfernt, steht nur zufällig vor den Hyaden
Elnath (β Tauri)1,7 magSpitze des nördlichen Horns, grenzt an das Sternbild Fuhrmann
Alcyone (η Tauri)2,9 magHellster Stern der Plejaden
Tianguan (ζ Tauri)ca. 3,0 magSpitze des südlichen Horns, ganz in der Nähe des Krebsnebels M1
Chamukuy (θ² Tauri)3,4 magHellster Stern der Hyaden
Ain (ε Tauri)3,5 magMitglied der Hyaden, Riesenstern mit einem bekannten Exoplaneten

Helligkeit in scheinbarer Größe (mag): Je kleiner der Wert, desto heller. Mit bloßem Auge sind unter dunklem Himmel Sterne bis etwa 6 mag sichtbar, in der Stadt meist nur bis 3–4 mag.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wann ist das Sternbild Stier am besten zu sehen?

Der Stier ist in Deutschland von November bis Februar am besten am Abendhimmel zu sehen. Im Januar steht er gegen 21 Uhr hoch im Süden. Von Mai bis Anfang Juli ist er nicht sichtbar, weil die Sonne in seiner Nähe steht.

Was ist der hellste Stern im Stier?

Der hellste Stern im Sternbild Stier ist Aldebaran (α Tauri) mit etwa 0,9 mag. Er gehört zu den hellsten Sternen am Himmel und fällt durch sein rötlich-oranges Licht auf. Aldebaran ist rund 65 Lichtjahre entfernt.

Gehören die Plejaden zum Sternbild Stier?

Ja. Die Plejaden (M45), auch Siebengestirn genannt, liegen im Sternbild Stier, ebenso der Sternhaufen der Hyaden. Die Plejaden sind rund 440 Lichtjahre entfernt, die Hyaden etwa 150 Lichtjahre.

Wie viele Sterne hat das Sternbild Stier?

Die Hauptfigur des Stiers besteht je nach Darstellung aus etwa acht bis zehn Sternen: dem V-förmigen Kopf mit Aldebaran und den beiden langen Hörnern. Mit bloßem Auge siehst du unter dunklem Himmel deutlich mehr, allein in den Plejaden meist sechs bis sieben Sterne.

Ist Sternbild gleich Sternzeichen?

Nein. Das Sternzeichen Stier (21.04. bis 20.05.) ist ein astrologischer 30-Grad-Abschnitt der Ekliptik. Das Sternbild ist eine reale Himmelsregion. Wegen der Präzession steht die Sonne heute etwa von Mitte Mai bis zum 20. Juni im Sternbild Stier.

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