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Sternbild Steinbock

Sternbild Steinbock (Capricornus): Das kleine Dreieck am Spätsommerhimmel

Der Steinbock ist das kleinste und eines der lichtschwächsten Tierkreis-Sternbilder. Mit einem einfachen Trick über das Sommerdreieck findest du ihn trotzdem zuverlässig.

4 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 15. Oktober 2026 · Von der Stardust-Redaktion

Sternbild Steinbock mit Deneb Algedi und Verbindungslinien am Nachthimmel
Sternbild
♑︎ Steinbock (Capricornus)
Sternzeichen
22.12. – 19.01.
Am besten sichtbar
Spätsommer (August–September), im Süden
Hellster Stern
Deneb Algedi (ca. 2,8 mag)
Nachbarn
Wassermann, Adler, Schütze, Mikroskop, Südlicher Fisch
Sonne im Sternbild
ca. 20.01. – 15.02.
Höhe in Deutschland
hellste Sterne max. ca. 20–28° über dem Südhorizont
Fläche
414 Quadratgrad (kleinstes Tierkreis-Sternbild)
Meteorstrom
α-Capricorniden, Maximum Ende Juli

Das Sternbild Steinbock (lateinisch Capricornus) gehört zu den unauffälligen Tierkreis-Sternbildern: Es ist das kleinste von allen zwölf, und sein hellster Stern erreicht nur etwa 2,8 mag. Wer weiß, wo er suchen muss, erkennt es aber leicht als großes Dreieck im Südhimmel. Hier erfährst du, wo der Steinbock steht, wann du ihn siehst und welche Geschichten ihn begleiten.

Wo steht der Steinbock am Himmel?

Der Steinbock liegt südlich des Himmelsäquators zwischen Schütze und Wassermann, direkt auf der Ekliptik. Von Deutschland aus siehst du ihn im Spätsommer im Süden, in mittlerer bis niedriger Höhe.

Er gehört zu einer Himmelsregion, die oft „das Meer“ genannt wird: Rund um den Steinbock liegen weitere Sternbilder mit Wasserbezug wie Wassermann, Fische, Südlicher Fisch und Walfisch. Hellere Sterne gibt es in dieser Gegend kaum, deshalb wirkt der Himmel hier eher leer.

Im Westen grenzt der Schütze an, im Osten der Wassermann, im Norden der Adler mit dem hellen Atair. Im Süden liegen Mikroskop und Südlicher Fisch.

So findest du das Sternbild Steinbock

Der einfachste Weg führt über das Sommerdreieck: Verlängere die Linie von Wega über Atair nach Süden, bis du auf Algedi und Dabih triffst. Die beiden Sterne bilden die obere rechte Ecke des Steinbocks.

  1. Sommerdreieck suchen: An einem Augustabend stehen Wega (in der Leier), Deneb (im Schwan) und Atair (im Adler) hoch am Himmel. Atair ist der südlichste der drei und hat zwei schwächere Sterne direkt neben sich.
  2. Linie verlängern: Ziehe eine gedachte Linie von Wega zu Atair und setze sie über Atair hinaus fort, ungefähr um zwei Drittel der Strecke. Dort findest du Algedi und darunter Dabih.
  3. Das Dreieck ergänzen: Weiter links, also östlich, stehen Deneb Algedi und Nashira dicht beieinander. Von diesen beiden Ecken laufen die Sternketten nach unten zur Spitze des Dreiecks zusammen.

Mit scharfen Augen erkennst du, dass Algedi aus zwei Sternen besteht. Im Fernglas zeigt auch Dabih einen schwächeren Begleiter. Eine drehbare Sternkarte hilft dir, den Steinbock zur richtigen Uhrzeit einzuordnen. Weitere Aufsuchtipps findest du im Ratgeber Stern finden.

Wann ist der Steinbock sichtbar?

Die beste Zeit für das Sternbild Steinbock ist von Mitte August bis Ende September am späten Abend. Dann steht er um Mitternacht herum, Ende September schon gegen 22:30 Uhr, im Süden am höchsten.

Algedi und Dabih erreichen in Mitteldeutschland etwa 25 bis 28 Grad Höhe, Deneb Algedi rund 24 Grad. Die südlichen Sterne um ζ und ω Capricorni stehen deutlich tiefer. Im Oktober und November steht der Steinbock schon am frühen Abend im Süden, im Dezember nach Einbruch der Dunkelheit im Südwesten. Im Januar verschwindet er in der Abenddämmerung.

Im Sternzeichen-Zeitraum (22.12. – 19.01.) siehst du ihn nicht: Dann steht die Sonne in seiner Nähe. Hinzu kommt die Präzession der Erdachse, die den Tierkreis seit der Antike um etwa einen Monat verschoben hat. Tatsächlich steht die Sonne heute ungefähr vom 20. Januar bis 15. Februar im Sternbild Steinbock.

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Mythologie: Halb Ziege, halb Fisch

Der Steinbock wird traditionell als Mischwesen dargestellt: vorne eine Ziege, hinten ein Fischschwanz. Diese Figur ist einige tausend Jahre alt und stammt aus Mesopotamien.

Die Babylonier sahen hier einen „Ziegenfisch“, der mit Ea verbunden war, dem Gott des Süßwassers und der Weisheit. Die Griechen erzählten eine eigene Geschichte: Als das Ungeheuer Typhon die Götter angriff, sprang der Hirtengott Pan in einen Fluss, um zu fliehen. Der Teil seines Körpers unter Wasser wurde zum Fisch, der Teil darüber blieb eine Ziege. Zeus soll ihn zum Dank für seine Hilfe an den Himmel versetzt haben.

Eine andere Überlieferung verbindet den Steinbock mit der Ziege Amaltheia, die den jungen Zeus mit ihrer Milch ernährte. Der deutsche Name „Steinbock“ lässt den Fischschwanz übrigens ganz weg.

Besonderheiten im Sternbild Steinbock

Der Steinbock ist klein und lichtschwach, hat aber einige interessante Details. Viele davon erschließen sich schon mit einem Fernglas.

  • Kleinstes Tierkreis-Sternbild: Mit 414 Quadratgrad ist der Steinbock das kleinste der zwölf Tierkreis-Sternbilder.
  • Wendekreis des Steinbocks: In der Antike stand die Sonne zur Wintersonnenwende im Steinbock. Daher stammt der Name des südlichen Wendekreises. Durch die Präzession liegt dieser Punkt heute im Schützen.
  • Algedi als Sternpaar: α¹ und α² Capricorni stehen nur scheinbar beieinander. α² ist rund 100 Lichtjahre entfernt, α¹ ein Vielfaches davon.
  • M30: Ein Kugelsternhaufen von etwa 7 mag im Südosten des Sternbilds, im Fernglas als kleiner Nebelfleck erkennbar.
  • α-Capricorniden: Ein schwacher Meteorstrom von Ende Juli bis Anfang August. Er liefert nur wenige Sternschnuppen pro Stunde, ist aber für langsame, teils helle Feuerkugeln bekannt.

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Die hellsten Sterne im Steinbock

SternHelligkeitBesonderheit
Deneb Algedi (δ Capricorni)ca. 2,8–3,0 magHellster Stern, leicht veränderlich (Bedeckungsstern), rund 39 Lichtjahre entfernt
Dabih (β Capricorni)3,1 magIm Fernglas mit einem schwächeren Begleiter (6,1 mag) zu sehen
Algedi (α² Capricorni)3,6 magBildet mit α¹ (4,3 mag) ein für scharfe Augen trennbares Sternpaar
Nashira (γ Capricorni)3,7 magSteht direkt neben Deneb Algedi am Ostende des Sternbilds
ζ Capricorni3,7 magGelber Überriese im Süden des Sternbilds, steht in Deutschland tief

Helligkeit in scheinbarer Größe (mag): Je kleiner der Wert, desto heller. Mit bloßem Auge sind unter dunklem Himmel Sterne bis etwa 6 mag sichtbar, in der Stadt meist nur bis 3–4 mag.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wann ist das Sternbild Steinbock zu sehen?

Am besten von Mitte August bis Ende September am späten Abend im Süden. Die hellsten Sterne erreichen in Deutschland etwa 20 bis 28 Grad Höhe. Im Januar, also im Sternzeichen-Zeitraum, ist der Steinbock nicht sichtbar, weil die Sonne in seiner Nähe steht.

Was ist der hellste Stern im Steinbock?

Der hellste Stern im Sternbild Steinbock ist Deneb Algedi (δ Capricorni) mit etwa 2,8 mag. Er ist ein Bedeckungsveränderlicher, dessen Helligkeit etwa einmal pro Tag leicht absinkt. Danach folgen Dabih (β Capricorni) mit 3,1 mag und Algedi (α² Capricorni) mit 3,6 mag.

Wie finde ich das Sternbild Steinbock?

Verbinde die hellen Sterne Wega und Atair aus dem Sommerdreieck und verlängere die Linie über Atair hinaus nach Süden, um ungefähr zwei Drittel des Abstands. Dort triffst du auf Algedi und Dabih, die obere rechte Ecke des großen Steinbock-Dreiecks.

Wie sieht das Sternbild Steinbock aus?

Die hellsten Sterne des Steinbocks bilden ein großes, nach unten zeigendes Dreieck, das manche auch als Boot oder breites Lächeln beschreiben. Die Sterne sind nur dritter bis vierter Größe, deshalb ist ein Himmel ohne starkes Stadtlicht hilfreich.

Ist das Sternbild Steinbock dasselbe wie das Sternzeichen?

Nein. Das Sternzeichen Steinbock umfasst astrologisch den 22.12. bis 19.01. Wegen der Präzession der Erdachse steht die Sonne heute aber etwa vom 20. Januar bis 15. Februar im Sternbild Steinbock, also rund einen Monat später.

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