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Sternbild Schütze

Sternbild Schütze (Sagittarius): Die Teekanne vor dem Herz der Milchstraße

Der Schütze steht im Sommer tief im Süden – genau in der Richtung, in der das Zentrum unserer Milchstraße liegt. Am leichtesten erkennst du ihn an einer Sternfigur, die wie eine Teekanne aussieht.

5 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 15. Oktober 2026 · Von der Stardust-Redaktion

Sternbild Schütze mit der Teekanne aus hellen Sternen und Verbindungslinien vor der Milchstraße
Sternbild
♐︎ Schütze (Sagittarius)
Sternzeichen
23.11. – 21.12.
Am besten sichtbar
Sommer (Juli–August), tief im Süden
Hellster Stern
Kaus Australis (ca. 1,8 mag)
Nachbarn
Skorpion, Schlangenträger, Schlange, Schild, Adler, Steinbock, Mikroskop, Indianer, Fernrohr, Südliche Krone
Sonne im Sternbild
ca. 18.12. – 19.01.
Höhe in Deutschland
Teekanne ca. 5–15° über dem Südhorizont
Fläche
867 Quadratgrad
Besonderheit
Richtung des Milchstraßenzentrums, 15 Messier-Objekte

Das Sternbild Schütze (lateinisch Sagittarius) ist das Tor zum dichtesten Teil der Milchstraße. In seiner Richtung liegt das Zentrum unserer Galaxis, und kaum ein anderes Sternbild enthält so viele Sternhaufen und Nebel. Von Deutschland aus steht der Schütze allerdings sehr tief. Hier erfährst du, wie du ihn trotzdem findest und was ihn so besonders macht.

Wo steht der Schütze am Himmel?

Der Schütze liegt weit südlich des Himmelsäquators östlich des Skorpions, mitten im hellsten Abschnitt der Sommermilchstraße. Von Deutschland aus siehst du nur seinen nördlichen Teil, und auch den nur knapp über dem Südhorizont.

Die Ekliptik zieht durch den nördlichen Bereich des Sternbilds, dicht am Deckel der Teekanne vorbei. Darum stehen Mond und Planeten regelmäßig im Schützen. Auch die Wintersonnenwende findet heute statt, während die Sonne im Schützen steht.

Westlich grenzt der Skorpion an, östlich der Steinbock, im Norden Schlangenträger, Schild und Adler. Die südlichen Nachbarn wie Südliche Krone oder Fernrohr bleiben von Deutschland aus weitgehend unter dem Horizont.

So findest du das Sternbild Schütze

Suche an einem klaren Augustabend gegen 22:30 Uhr tief im Süden nach acht Sternen, die eine Teekanne bilden. Die Tülle zeigt nach rechts, der Henkel nach links, der Deckel nach oben.

  1. Antares als Startpunkt: Im Südwesten leuchtet der rötliche Antares im Skorpion. Gut eine Handspanne links davon, also östlich, liegt die Teekanne.
  2. Die Kanne erkennen: Kaus Borealis bildet die Spitze des Deckels. Darunter liegt der Kannenkörper mit Kaus Media und Kaus Australis. Nach rechts weist die Tülle mit Alnasl, nach links der Henkel mit Nunki und Ascella.
  3. Den Dampf sehen: Unter dunklem Himmel steigt über der Tülle die helle Milchstraße auf – wie Dampf aus der Kanne.
  4. Alternativ über das Sommerdreieck: Folge vom hellen Atair im Adler aus der Milchstraße schräg nach rechts unten Richtung Horizont, bis du auf die Teekanne triffst.

Kaus Australis, der hellste Stern, steht in Mitteldeutschland nur rund 6 Grad hoch. Ein freier Südhorizont ist deshalb Pflicht, ideal sind ein Hügel, ein Feld oder ein See. Eine drehbare Sternkarte zeigt dir die passende Uhrzeit für dein Datum. Allgemeine Tipps findest du im Ratgeber Stern finden.

Wann ist der Schütze sichtbar?

Die beste Zeit für das Sternbild Schütze sind Abende im Juli und August. Dann steht die Teekanne um 22 bis 24 Uhr im Süden am höchsten, allerdings nur etwa 5 bis 15 Grad über dem Horizont.

In Süddeutschland hast du einen kleinen Vorteil: Dort steht die Teekanne einige Grad höher als in Norddeutschland, wo Kaus Australis kaum noch über den Horizontdunst kommt. Am besten wirkt der Schütze in mondlosen Nächten fernab der Städte, wenn die Milchstraße sichtbar ist.

Im Sternzeichen-Zeitraum (23.11. – 21.12.) siehst du das Sternbild nicht: Dann steht die Sonne nahe am Schützen oder darin. Durch die Präzession der Erdachse hat sich der Tierkreis seit der Antike um etwa einen Monat verschoben. Heute steht die Sonne etwa vom 18. Dezember bis 19. Januar im Sternbild Schütze. Davor durchquert sie den Skorpion und den Schlangenträger, ein dreizehntes Sternbild auf der Ekliptik.

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Mythologie: Ein Kentaur mit Pfeil und Bogen

Der Schütze wird meist als Kentaur dargestellt, halb Mensch, halb Pferd, der mit gespanntem Bogen auf das Herz des Skorpions zielt. Die Pfeilspitze liegt bei Alnasl, die Richtung weist auf Antares.

Die Figur stammt ursprünglich aus Mesopotamien, wo ein geflügelter Bogenschütze mit Pferdekörper als Gott Pabilsag bekannt war. Die Griechen übernahmen das Bild. Welcher Kentaur gemeint ist, war schon in der Antike umstritten: Oft wird er mit dem weisen Chiron gleichgesetzt, der aber meist dem Sternbild Zentaur zugeordnet wird. Eine andere Überlieferung nennt den Satyr Krotos, der als Erfinder des Bogenschießens galt.

Ungewöhnlich ist die Benennung der Sterne: Rukbat (α Sagittarii) und Arkab (β Sagittarii) sind nur rund 4 mag hell und gehören nicht zu den auffälligen Sternen. Die hellsten Sterne tragen die Buchstaben Epsilon und Sigma.

Besonderheiten im Sternbild Schütze

Kein anderes Sternbild enthält so viele Messier-Objekte wie der Schütze: insgesamt 15. Dazu kommt das Zentrum der Milchstraße.

  • Galaktisches Zentrum: Wenige Grad westlich der Tülle, an der Grenze zu Skorpion und Schlangenträger, liegt das Zentrum unserer Galaxis mit dem Schwarzen Loch Sagittarius A*. Es ist rund 26.000 Lichtjahre entfernt, hat etwa vier Millionen Sonnenmassen und wurde 2022 vom Event Horizon Telescope abgebildet. Sehen kann man es nicht, Staubwolken verdecken es.
  • Lagunennebel (M8): Ein großes Sternentstehungsgebiet über der Tülle. Unter dunklem Himmel ist er mit bloßem Auge als heller Fleck zu erkennen, im Fernglas zeigt sich ein Sternhaufen in einem Nebel.
  • Trifidnebel (M20) und Omeganebel (M17): Zwei weitere bekannte Gasnebel, gut im Fernglas oder kleinen Teleskop.
  • M22: Einer der hellsten Kugelsternhaufen am Himmel, nahe Kaus Borealis, im Fernglas als runder Nebelfleck sichtbar.
  • Kleine Sagittarius-Sternwolke (M24): Ein besonders dichter Ausschnitt der Milchstraße, der wie ein heller Lichtfleck wirkt.

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Die hellsten Sterne im Schützen

SternHelligkeitBesonderheit
Kaus Australis (ε Sagittarii)1,8 magHellster Stern des Schützen, unterer Rand der Teekanne, steht in Deutschland sehr tief
Nunki (σ Sagittarii)2,1 magOberer Stern am Henkel der Teekanne
Ascella (ζ Sagittarii)2,6 magUnterer Stern am Henkel der Teekanne
Kaus Media (δ Sagittarii)2,7 magOrangefarbener Riese, Ecke zwischen Tülle und Kannenkörper
Kaus Borealis (λ Sagittarii)2,8 magSpitze des Deckels, nahe der Ekliptik
Alnasl (γ² Sagittarii)3,0 magSpitze der Tülle, zeigt Richtung Milchstraßenzentrum

Helligkeit in scheinbarer Größe (mag): Je kleiner der Wert, desto heller. Mit bloßem Auge sind unter dunklem Himmel Sterne bis etwa 6 mag sichtbar, in der Stadt meist nur bis 3–4 mag.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wann ist das Sternbild Schütze zu sehen?

Von Deutschland aus am besten im Juli und August am späten Abend, tief über dem Südhorizont. Die Teekanne steht dann nur etwa 5 bis 15 Grad hoch. Im Sternzeichen-Zeitraum Ende November bis Dezember ist der Schütze nicht zu sehen, weil die Sonne in seiner Nähe steht.

Was ist der hellste Stern im Schützen?

Der hellste Stern im Schützen ist Kaus Australis (ε Sagittarii) mit etwa 1,8 mag. Danach folgt Nunki (σ Sagittarii) mit etwa 2,1 mag. Der Stern mit der Bezeichnung Alpha, Rukbat, ist dagegen nur rund 4,0 mag hell.

Warum heißt der Schütze auch Teekanne?

Acht helle Sterne des Schützen bilden eine Figur, die einer Teekanne mit Deckel, Tülle und Henkel ähnelt. Das ist kein offizielles Sternbild, sondern ein sogenannter Asterismus. Die helle Milchstraße über der Tülle wirkt dabei wie aufsteigender Dampf.

Liegt das Zentrum der Milchstraße im Schützen?

Ja. Das galaktische Zentrum mit dem Schwarzen Loch Sagittarius A* liegt in Richtung des Schützen, wenige Grad westlich der Teekannentülle und rund 26.000 Lichtjahre entfernt. Sehen kann man es nicht, weil dichte Staubwolken das Licht verschlucken.

Ist das Sternbild Schütze dasselbe wie das Sternzeichen Schütze?

Nein. Das Sternzeichen Schütze reicht astrologisch vom 23.11. bis 21.12. Wegen der Präzession der Erdachse steht die Sonne heute aber etwa vom 18. Dezember bis 19. Januar im Sternbild Schütze. Vorher durchquert sie den Skorpion und den Schlangenträger.

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