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Sternbild Fische

Sternbild Fische (Pisces): Zwei Fische und der Frühlingspunkt

Die Fische sind ein großes, aber lichtschwaches Sternbild des Herbsthimmels. Astronomisch sind sie trotzdem wichtig: In ihnen liegt heute der Frühlingspunkt, an dem die Sonne im März den Himmelsäquator überquert.

4 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 15. Oktober 2026 · Von der Stardust-Redaktion

Sternbild Fische mit dem Ring, Alrescha und Verbindungslinien am Nachthimmel
Sternbild
♓︎ Fische (Pisces)
Sternzeichen
19.02. – 20.03.
Am besten sichtbar
Herbst (Oktober–November), im Süden
Hellster Stern
Alpherg (ca. 3,6 mag)
Nachbarn
Widder, Dreieck, Andromeda, Pegasus, Wassermann, Walfisch
Sonne im Sternbild
ca. 12.03. – 18.04.
Höhe in Deutschland
Ring ca. 45°, Alpherg ca. 55° über dem Südhorizont
Fläche
889 Quadratgrad
Besonderheit
enthält heute den Frühlingspunkt

Das Sternbild Fische (lateinisch Pisces) ist groß, aber leise: Keiner seiner Sterne ist heller als 3,6 mag. Wer es unter dunklem Himmel sucht, entdeckt jedoch zwei Fische, die mit einem langen Band verbunden sind – und einen Himmelsabschnitt, der für die Astronomie eine besondere Rolle spielt. Hier erfährst du, wo die Fische stehen, wie du sie findest und was sie auszeichnet.

Wo stehen die Fische am Himmel?

Die Fische liegen am Herbsthimmel unterhalb des Herbstvierecks (Pegasus-Quadrat) und der Andromeda, zwischen Wassermann und Widder. Das Sternbild liegt größtenteils knapp nördlich des Himmelsäquators und steht von Deutschland aus in angenehmer Höhe im Süden.

Die Ekliptik verläuft durch den südlichen Teil der Fische, deshalb ziehen Mond und Planeten regelmäßig hindurch. Genau hier kreuzt sie den Himmelsäquator: Am Frühlingspunkt in den Fischen steht die Sonne zum Frühlingsanfang.

Im Westen grenzt der Wassermann an, im Osten der Widder, im Süden der Walfisch. Im Norden liegen Pegasus, Andromeda und das kleine Dreieck.

So findest du das Sternbild Fische

Starte am Herbstviereck: Unterhalb seiner unteren Seite liegt ein kleiner Ring aus schwachen Sternen, der Kopf des westlichen Fisches. Von dort folgst du einer Sternkette bis zum Knotenstern Alrescha.

  1. Herbstviereck suchen: An einem Abend im Oktober oder November steht das große Viereck des Pegasus hoch im Süden.
  2. Den Ring finden: Gehe von der unteren Seite des Vierecks (Markab–Algenib) etwa eine Handbreit nach unten, leicht nach rechts versetzt. Dort liegt ein Kreis aus etwa sieben schwachen Sternen, der „Ring“ der Fische.
  3. Dem Band folgen: Vom Ring zieht eine Kette schwacher Sterne nach links (Osten) bis zu Alrescha, dem „Knoten“.
  4. Den zweiten Fisch finden: Von Alrescha führt eine zweite Kette schräg nach oben in Richtung Andromeda. Auf ihr liegt Alpherg, der hellste Stern der Fische, südwestlich des Widders.

Zusammen bilden die beiden Ketten ein großes, liegendes V mit Alrescha an der Spitze. Die Fische sind lichtschwach. In der Stadt siehst du oft nur einzelne Sterne, auf dem Land die ganze Figur. Eine drehbare Sternkarte zeigt dir die Lage zur richtigen Uhrzeit. Weitere Tipps findest du im Ratgeber Stern finden.

Wann sind die Fische sichtbar?

Die beste Zeit für das Sternbild Fische sind Abende im Oktober und November. Dann stehen sie gegen 22 bis 24 Uhr hoch im Süden.

Der Ring erreicht in Mitteldeutschland etwa 45 Grad Höhe, Alpherg rund 55 Grad. Das ist deutlich höher als bei Skorpion oder Schütze, deshalb stören hier eher Stadtlicht und Mond als der Horizont. Bis in den Januar hinein stehen die Fische am frühen Abend noch im Süden, im Februar sinken sie im Westen in die Dämmerung.

Im Sternzeichen-Zeitraum (19.02. – 20.03.) sind sie nicht zu sehen: Dann steht die Sonne in ihrer Nähe. Durch die Präzession der Erdachse hat sich der Tierkreis seit der Antike um etwa einen Monat verschoben. Heute steht die Sonne ungefähr vom 12. März bis 18. April im Sternbild Fische – und überquert dabei zum Frühlingsanfang den Himmelsäquator.

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Mythologie: Aphrodite, Eros und das Band

In der griechischen Sage verwandeln sich die Liebesgöttin Aphrodite und ihr Sohn Eros in Fische, um vor dem Ungeheuer Typhon zu fliehen. Damit sie sich im Wasser nicht verlieren, binden sie sich mit einem Band aneinander.

Dieses Band ist am Himmel nachgezeichnet: Die beiden Sternketten, die sich bei Alrescha treffen, sind die Schnüre der Fische. Der Name Alrescha stammt aus dem Arabischen und bedeutet sinngemäß „der Strick“.

Die Darstellung zweier verbundener Fische ist älter als die griechische Sage und geht auf Vorbilder aus Mesopotamien zurück. Die Römer übernahmen die Geschichte mit Venus und Amor.

Besonderheiten im Sternbild Fische

Die wichtigste Besonderheit der Fische ist unsichtbar: der Frühlingspunkt. Er ist der Bezugspunkt für die Himmelskoordinaten, mit denen Astronomen die Position jedes Sterns angeben.

  • Frühlingspunkt: Hier kreuzt die Sonnenbahn den Himmelsäquator von Süd nach Nord. Wegen der Präzession wandert dieser Punkt langsam westwärts. Seit etwa 2.000 Jahren liegt er in den Fischen, den Wassermann erreicht er nach den heutigen Sternbildgrenzen erst um das Jahr 2600. Von hier aus wird die Rektaszension gezählt.
  • Der Ring: Ein Kreis aus etwa sieben Sternen im westlichen Fisch, mit dabei der auffällig rote Kohlenstoffstern TX Piscium. Im Fernglas ist der Farbkontrast schön zu sehen.
  • M74: Eine Spiralgalaxie, auf die wir nahezu senkrecht von oben blicken, gut ein Grad östlich von Alpherg. Sie ist lichtschwach und nur im Teleskop sichtbar.
  • Van Maanens Stern: Ein Weißer Zwerg in rund 14 Lichtjahren Entfernung, einer der nächstgelegenen seiner Art. Mit bloßem Auge ist er nicht zu sehen.

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Die hellsten Sterne in den Fischen

SternHelligkeitBesonderheit
Alpherg (η Piscium)3,6 magHellster Stern der Fische, gelber Riese, auch Kullat Nunu genannt
γ Piscium3,7 magHellster Stern im Ring des westlichen Fisches
Alrescha (α Piscium)3,8 magDer „Knoten“, an dem die Bänder der beiden Fische zusammenlaufen; im Teleskop ein Doppelstern
ω Piscium4,0 magÖstlich des Rings, nahe dem Frühlingspunkt
ι Piscium4,1 magTeil des Rings
TX Pisciumca. 4,8–5,2 magAuffällig roter Kohlenstoffstern im Ring, leicht veränderlich

Helligkeit in scheinbarer Größe (mag): Je kleiner der Wert, desto heller. Mit bloßem Auge sind unter dunklem Himmel Sterne bis etwa 6 mag sichtbar, in der Stadt meist nur bis 3–4 mag.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wann ist das Sternbild Fische zu sehen?

Am besten im Oktober und November am Abend im Süden. Die Fische stehen dann in Deutschland in angenehmer Höhe von etwa 40 bis 55 Grad. Im Frühjahr, also im Sternzeichen-Zeitraum, sind sie nicht zu sehen, weil die Sonne in ihrer Nähe steht.

Was ist der hellste Stern im Sternbild Fische?

Der hellste Stern ist Alpherg (η Piscium), auch Kullat Nunu genannt, mit etwa 3,6 mag. Knapp dahinter folgen γ Piscium mit 3,7 mag und Alrescha (α Piscium) mit 3,8 mag. Alle Sterne der Fische sind lichtschwach und unter Stadtlicht schwer zu erkennen.

Wie finde ich das Sternbild Fische?

Suche zuerst das Herbstviereck des Pegasus. Unterhalb seiner unteren Seite liegt ein kleiner Ring aus schwachen Sternen, der Kopf des westlichen Fisches. Von dort führt eine Sternkette nach Osten zum Knotenstern Alrescha und von ihm wieder nach Norden Richtung Andromeda.

Was ist der Frühlingspunkt in den Fischen?

Der Frühlingspunkt ist die Stelle, an der die Sonne zum Frühlingsanfang um den 20. März den Himmelsäquator von Süd nach Nord überquert. Durch die Präzession der Erdachse wandert er langsam und liegt seit etwa 2.000 Jahren in den Fischen. Den Wassermann erreicht er nach den heutigen Sternbildgrenzen erst um das Jahr 2600.

Ist das Sternbild Fische dasselbe wie das Sternzeichen Fische?

Nein. Das Sternzeichen Fische umfasst astrologisch den 19.02. bis 20.03. Wegen der Präzession der Erdachse steht die Sonne heute aber etwa vom 12. März bis 18. April im Sternbild Fische, also rund einen Monat später.

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