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Sternbild Skorpion

Sternbild Skorpion (Scorpius): Der rote Stern im Süden

Der Skorpion ist eines der eindrucksvollsten Sternbilder überhaupt – mit dem roten Riesenstern Antares als Herz. Von Deutschland aus zeigt er sich allerdings nur kurz und tief am Südhorizont.

5 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 15. Oktober 2026 · Von der Stardust-Redaktion

Sternbild Skorpion mit Antares und Verbindungslinien am Nachthimmel
Sternbild
♏︎ Skorpion (Scorpius)
Sternzeichen
24.10. – 22.11.
Am besten sichtbar
Sommer (Juni–Juli), tief im Süden
Hellster Stern
Antares (ca. 1,0 mag)
Nachbarn
Waage, Schlangenträger, Schütze, Südliche Krone, Altar, Winkelmaß, Wolf
Sonne im Sternbild
ca. 23.11. – 29.11. (danach im Schlangenträger)
Höhe in Deutschland
Antares max. ca. 10–16° über dem Südhorizont
Fläche
497 Quadratgrad
Sichtbarkeit
Kopf und Antares ja, Stachel nur in Süddeutschland knapp

Das Sternbild Skorpion (lateinisch Scorpius) gehört zu den wenigen Sternbildern, die wirklich wie ihr Namensgeber aussehen: ein Kopf mit Scheren, ein leuchtendes Herz und ein langer, gekrümmter Schwanz. Im Zentrum leuchtet Antares, der hellste Stern im Skorpion. Hier erfährst du, wo du das Sternbild findest, warum es von Deutschland aus nur teilweise aufgeht und was es am Himmel Besonderes gibt.

Wo steht der Skorpion am Himmel?

Der Skorpion liegt weit südlich des Himmelsäquators zwischen Waage und Schütze, mitten in der Sommermilchstraße. Von Deutschland aus steht er deshalb immer sehr tief im Süden.

Die Ekliptik streift den nördlichen Teil des Sternbilds, nur wenige Grad von Antares entfernt. Darum ziehen Mond und Planeten regelmäßig am Skorpion vorbei. Antares bedeutet „Gegenmars“ oder „Rivale des Mars“ – ein Hinweis darauf, dass der rote Planet und der rote Stern oft verwechselt werden.

Nachbarn sind die Waage im Westen, der Schütze im Osten und der Schlangenträger im Norden. Die südlichen Nachbarn wie Altar, Winkelmaß und Wolf sind von Deutschland aus kaum oder gar nicht zu sehen.

So findest du das Sternbild Skorpion

Suche an einem klaren Juliabend gegen 23 Uhr knapp über dem Südhorizont nach einem auffällig rötlichen, hellen Stern – das ist Antares. Von ihm aus erschließt sich das restliche Sternbild.

  1. Freien Südblick wählen: Antares steht in Mitteldeutschland nur etwa 14 Grad hoch, das sind gut eineinhalb Handbreiten am ausgestreckten Arm. Bäume, Häuser und Dunst verdecken ihn schnell.
  2. Antares erkennen: Er ist der hellste Stern weit und breit in dieser Himmelsgegend und deutlich rötlich. Steht gerade Mars in der Nähe, vergleiche: Planeten funkeln weniger.
  3. Den Kopf finden: Rechts oberhalb von Antares steht ein fast senkrechter, leicht gebogener Bogen aus drei Sternen: Acrab oben, Dschubba in der Mitte und π Scorpii unten. Das sind Kopf und Scheren.
  4. Den Schwanz verfolgen: Links unterhalb von Antares beginnt der Schwanz mit τ und ε Scorpii. Weiter unten verschwindet er in Deutschland im Horizontdunst oder ganz unter dem Horizont.

Rechts von Antares, etwa eine Handspanne (gespreizte Hand am ausgestreckten Arm) entfernt, liegt die Waage. Links, gut eine Handspanne entfernt, schließt sich die „Teekanne“ des Schützen an. Eine drehbare Sternkarte zeigt dir, ab wann der Skorpion an deinem Datum aufgeht. Allgemeine Tipps bietet der Ratgeber Stern finden.

Wann ist der Skorpion sichtbar?

Die beste Zeit ist von Mitte Juni bis Ende Juli am späten Abend. Dann kulminiert Antares, das heißt, er erreicht im Süden seinen höchsten Stand.

Die Höhe hängt stark vom Wohnort ab. In München erreicht Antares knapp 16 Grad, in Frankfurt etwa 14 Grad, in Hamburg nur rund 10 Grad. Shaula, der Stachel, kommt in Süddeutschland gerade einmal wenige Grad über den Horizont, in Norddeutschland gar nicht. Sargas geht in Deutschland praktisch nie auf. Wer den Skorpion vollständig sehen will, braucht einen Urlaub im Süden, etwa am Mittelmeer.

Im eigenen Sternzeichen-Monat (24.10. – 22.11.) siehst du das Sternbild dagegen nicht: Dann steht die Sonne in seiner Nähe. Durch die Präzession der Erdachse hat sich der Tierkreis seit der Antike um etwa einen Monat verschoben. Heute durchquert die Sonne das Sternbild Skorpion nur rund eine Woche lang, etwa vom 23. bis 29. November. Danach wandert sie bis Mitte Dezember durch den Schlangenträger, ein dreizehntes Sternbild auf der Ekliptik, das die Astrologie nicht kennt.

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Mythologie: Der Skorpion und der Jäger Orion

In der griechischen Sage tötet ein Skorpion den prahlerischen Jäger Orion. Deshalb stehen beide an gegenüberliegenden Stellen des Himmels und sind nie gleichzeitig zu sehen.

Die Überlieferungen unterscheiden sich im Detail: Mal schickt die Erdgöttin Gaia den Skorpion, weil Orion damit prahlte, jedes Tier der Erde erlegen zu können, mal ist es die Jagdgöttin Artemis. Am Himmel jedenfalls flieht Orion: Wenn der Skorpion im Osten aufgeht, versinkt Orion im Westen. Darum ist Orion ein Wintersternbild und der Skorpion ein Sommersternbild.

Der Skorpion gehört zu den ältesten Sternbildern. Schon in Mesopotamien sah man in diesen Sternen einen Skorpion. Seine Scheren reichten in der griechischen Vorstellung bis in die heutige Waage hinein, die erst die Römer als eigenes Sternbild etablierten.

Besonderheiten im Sternbild Skorpion

Der Skorpion liegt in einem der reichsten Abschnitte der Milchstraße und bietet viele Sternhaufen. Ein Fernglas lohnt sich – vorausgesetzt, der Horizont ist frei.

  • Antares, ein Riesenstern: Antares ist ein roter Überriese, rund 550 Lichtjahre entfernt. An die Stelle der Sonne gesetzt, würde er über die Marsbahn hinausreichen.
  • M4: Ein Kugelsternhaufen nur gut ein Grad westlich von Antares. Mit rund 7.000 Lichtjahren Entfernung gehört er zu den nächstgelegenen Kugelsternhaufen. Im Fernglas erscheint er als runder Nebelfleck.
  • M6 und M7: Zwei helle offene Sternhaufen nahe dem Stachel. M7, der Ptolemäus-Haufen, ist unter dunklem Himmel mit bloßem Auge sichtbar, steht in Deutschland aber nur wenige Grad hoch.
  • M80: Ein kompakter Kugelsternhaufen zwischen Antares und Acrab, im Teleskop zu sehen.
  • Scorpius X-1: Die erste Röntgenquelle außerhalb des Sonnensystems, 1962 entdeckt. Sichtbar ist sie nur mit Röntgensatelliten.

Viele helle Skorpion-Sterne, darunter Antares und Dschubba, gehören zu einer großen Gruppe junger, heißer Sterne, die gemeinsam entstanden sind. Diese Scorpius-Centaurus-Assoziation ist die nächstgelegene ihrer Art.

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Die hellsten Sterne im Skorpion

SternHelligkeitBesonderheit
Antares (α Scorpii)ca. 0,6–1,6 magRoter Überriese, veränderlich, das „Herz“ des Skorpions
Shaula (λ Scorpii)1,6 magStachel; von Deutschland aus kaum über dem Horizont
Sargas (θ Scorpii)1,9 magIm Schwanz; von Deutschland aus praktisch nicht sichtbar
Dschubba (δ Scorpii)ca. 1,6–2,3 magMittlerer Stern im Kopf, seit 2000 heller und veränderlich
Larawag (ε Scorpii)2,3 magOrangefarbener Riese im Schwanz, links unterhalb von Antares
Acrab (β Scorpii)2,6 magNördlicher Stern im Kopf, im Teleskop ein Doppelstern

Helligkeit in scheinbarer Größe (mag): Je kleiner der Wert, desto heller. Mit bloßem Auge sind unter dunklem Himmel Sterne bis etwa 6 mag sichtbar, in der Stadt meist nur bis 3–4 mag.

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Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wann ist das Sternbild Skorpion zu sehen?

Von Deutschland aus am besten im Juni und Juli am späten Abend, tief über dem Südhorizont. Antares steht dann nur etwa 10 bis 16 Grad hoch. Der Schwanz mit dem Stachel bleibt in Mittel- und Norddeutschland ganz oder teilweise unter dem Horizont.

Was ist der hellste Stern im Skorpion?

Der hellste Stern im Skorpion ist Antares (α Scorpii), ein roter Überriese. Er ist veränderlich und schwankt etwa zwischen 0,6 und 1,6 mag, im Mittel um 1,0 mag. Damit gehört er zu den 20 hellsten Sternen am ganzen Himmel.

Warum ist Antares rot?

Antares ist ein Überriese mit einer vergleichsweise kühlen Oberfläche von etwa 3.500 Kelvin (rund 3.200 Grad Celsius), die Sonne ist mit knapp 5.800 Kelvin deutlich heißer. Kühle Sterne strahlen vor allem rotes und oranges Licht ab. Tief am Horizont wirkt er durch die dichte Luftschicht zusätzlich gedämpft und flackernd.

Kann man den ganzen Skorpion von Deutschland aus sehen?

Nein. Kopf und Herz mit Antares sind gut zu sehen, der gekrümmte Schwanz reicht aber zu weit nach Süden. Sargas geht in Deutschland praktisch nie auf, Shaula steht selbst in Süddeutschland nur wenige Grad über dem Horizont. Vollständig sieht man den Skorpion erst weiter südlich, etwa am Mittelmeer.

Ist das Sternbild Skorpion dasselbe wie das Sternzeichen?

Nein. Das Sternzeichen Skorpion umfasst astrologisch den 24.10. bis 22.11. Die Sonne steht heute wegen der Präzession aber nur etwa vom 23. bis 29. November im Sternbild Skorpion und wandert danach durch den Schlangenträger, der in der Astrologie nicht vorkommt.

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