Das Sternbild Skorpion (lateinisch Scorpius) gehört zu den wenigen Sternbildern, die wirklich wie ihr Namensgeber aussehen: ein Kopf mit Scheren, ein leuchtendes Herz und ein langer, gekrümmter Schwanz. Im Zentrum leuchtet Antares, der hellste Stern im Skorpion. Hier erfährst du, wo du das Sternbild findest, warum es von Deutschland aus nur teilweise aufgeht und was es am Himmel Besonderes gibt.
Wo steht der Skorpion am Himmel?
Der Skorpion liegt weit südlich des Himmelsäquators zwischen Waage und Schütze, mitten in der Sommermilchstraße. Von Deutschland aus steht er deshalb immer sehr tief im Süden.
Die Ekliptik streift den nördlichen Teil des Sternbilds, nur wenige Grad von Antares entfernt. Darum ziehen Mond und Planeten regelmäßig am Skorpion vorbei. Antares bedeutet „Gegenmars“ oder „Rivale des Mars“ – ein Hinweis darauf, dass der rote Planet und der rote Stern oft verwechselt werden.
Nachbarn sind die Waage im Westen, der Schütze im Osten und der Schlangenträger im Norden. Die südlichen Nachbarn wie Altar, Winkelmaß und Wolf sind von Deutschland aus kaum oder gar nicht zu sehen.
So findest du das Sternbild Skorpion
Suche an einem klaren Juliabend gegen 23 Uhr knapp über dem Südhorizont nach einem auffällig rötlichen, hellen Stern – das ist Antares. Von ihm aus erschließt sich das restliche Sternbild.
- Freien Südblick wählen: Antares steht in Mitteldeutschland nur etwa 14 Grad hoch, das sind gut eineinhalb Handbreiten am ausgestreckten Arm. Bäume, Häuser und Dunst verdecken ihn schnell.
- Antares erkennen: Er ist der hellste Stern weit und breit in dieser Himmelsgegend und deutlich rötlich. Steht gerade Mars in der Nähe, vergleiche: Planeten funkeln weniger.
- Den Kopf finden: Rechts oberhalb von Antares steht ein fast senkrechter, leicht gebogener Bogen aus drei Sternen: Acrab oben, Dschubba in der Mitte und π Scorpii unten. Das sind Kopf und Scheren.
- Den Schwanz verfolgen: Links unterhalb von Antares beginnt der Schwanz mit τ und ε Scorpii. Weiter unten verschwindet er in Deutschland im Horizontdunst oder ganz unter dem Horizont.
Rechts von Antares, etwa eine Handspanne (gespreizte Hand am ausgestreckten Arm) entfernt, liegt die Waage. Links, gut eine Handspanne entfernt, schließt sich die „Teekanne“ des Schützen an. Eine drehbare Sternkarte zeigt dir, ab wann der Skorpion an deinem Datum aufgeht. Allgemeine Tipps bietet der Ratgeber Stern finden.
Wann ist der Skorpion sichtbar?
Die beste Zeit ist von Mitte Juni bis Ende Juli am späten Abend. Dann kulminiert Antares, das heißt, er erreicht im Süden seinen höchsten Stand.
Die Höhe hängt stark vom Wohnort ab. In München erreicht Antares knapp 16 Grad, in Frankfurt etwa 14 Grad, in Hamburg nur rund 10 Grad. Shaula, der Stachel, kommt in Süddeutschland gerade einmal wenige Grad über den Horizont, in Norddeutschland gar nicht. Sargas geht in Deutschland praktisch nie auf. Wer den Skorpion vollständig sehen will, braucht einen Urlaub im Süden, etwa am Mittelmeer.
Im eigenen Sternzeichen-Monat (24.10. – 22.11.) siehst du das Sternbild dagegen nicht: Dann steht die Sonne in seiner Nähe. Durch die Präzession der Erdachse hat sich der Tierkreis seit der Antike um etwa einen Monat verschoben. Heute durchquert die Sonne das Sternbild Skorpion nur rund eine Woche lang, etwa vom 23. bis 29. November. Danach wandert sie bis Mitte Dezember durch den Schlangenträger, ein dreizehntes Sternbild auf der Ekliptik, das die Astrologie nicht kennt.
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Jetzt gestalten →Mythologie: Der Skorpion und der Jäger Orion
In der griechischen Sage tötet ein Skorpion den prahlerischen Jäger Orion. Deshalb stehen beide an gegenüberliegenden Stellen des Himmels und sind nie gleichzeitig zu sehen.
Die Überlieferungen unterscheiden sich im Detail: Mal schickt die Erdgöttin Gaia den Skorpion, weil Orion damit prahlte, jedes Tier der Erde erlegen zu können, mal ist es die Jagdgöttin Artemis. Am Himmel jedenfalls flieht Orion: Wenn der Skorpion im Osten aufgeht, versinkt Orion im Westen. Darum ist Orion ein Wintersternbild und der Skorpion ein Sommersternbild.
Der Skorpion gehört zu den ältesten Sternbildern. Schon in Mesopotamien sah man in diesen Sternen einen Skorpion. Seine Scheren reichten in der griechischen Vorstellung bis in die heutige Waage hinein, die erst die Römer als eigenes Sternbild etablierten.
Besonderheiten im Sternbild Skorpion
Der Skorpion liegt in einem der reichsten Abschnitte der Milchstraße und bietet viele Sternhaufen. Ein Fernglas lohnt sich – vorausgesetzt, der Horizont ist frei.
- Antares, ein Riesenstern: Antares ist ein roter Überriese, rund 550 Lichtjahre entfernt. An die Stelle der Sonne gesetzt, würde er über die Marsbahn hinausreichen.
- M4: Ein Kugelsternhaufen nur gut ein Grad westlich von Antares. Mit rund 7.000 Lichtjahren Entfernung gehört er zu den nächstgelegenen Kugelsternhaufen. Im Fernglas erscheint er als runder Nebelfleck.
- M6 und M7: Zwei helle offene Sternhaufen nahe dem Stachel. M7, der Ptolemäus-Haufen, ist unter dunklem Himmel mit bloßem Auge sichtbar, steht in Deutschland aber nur wenige Grad hoch.
- M80: Ein kompakter Kugelsternhaufen zwischen Antares und Acrab, im Teleskop zu sehen.
- Scorpius X-1: Die erste Röntgenquelle außerhalb des Sonnensystems, 1962 entdeckt. Sichtbar ist sie nur mit Röntgensatelliten.
Viele helle Skorpion-Sterne, darunter Antares und Dschubba, gehören zu einer großen Gruppe junger, heißer Sterne, die gemeinsam entstanden sind. Diese Scorpius-Centaurus-Assoziation ist die nächstgelegene ihrer Art.
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Die hellsten Sterne im Skorpion
| Stern | Helligkeit | Besonderheit |
|---|---|---|
| Antares (α Scorpii) | ca. 0,6–1,6 mag | Roter Überriese, veränderlich, das „Herz“ des Skorpions |
| Shaula (λ Scorpii) | 1,6 mag | Stachel; von Deutschland aus kaum über dem Horizont |
| Sargas (θ Scorpii) | 1,9 mag | Im Schwanz; von Deutschland aus praktisch nicht sichtbar |
| Dschubba (δ Scorpii) | ca. 1,6–2,3 mag | Mittlerer Stern im Kopf, seit 2000 heller und veränderlich |
| Larawag (ε Scorpii) | 2,3 mag | Orangefarbener Riese im Schwanz, links unterhalb von Antares |
| Acrab (β Scorpii) | 2,6 mag | Nördlicher Stern im Kopf, im Teleskop ein Doppelstern |
Helligkeit in scheinbarer Größe (mag): Je kleiner der Wert, desto heller. Mit bloßem Auge sind unter dunklem Himmel Sterne bis etwa 6 mag sichtbar, in der Stadt meist nur bis 3–4 mag.
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