Das Sternbild Krebs (lateinisch Cancer) ist das lichtschwächste der zwölf Tierkreisbilder. Keiner seiner Sterne erreicht 3 mag, in der Stadt ist er deshalb kaum zu erkennen. Unter dunklem Himmel belohnt er dich dafür mit der Krippe, einem Sternhaufen, den du schon mit bloßem Auge siehst.
Wo steht der Krebs am Himmel?
Der Krebs liegt auf der Ekliptik zwischen den Zwillingen und dem Löwen, etwa auf halber Strecke zwischen Pollux und Regulus. Sonne, Mond und Planeten ziehen also auch durch dieses Sternbild.
Mit 506 Quadratgrad steht das Sternbild Krebs auf Platz 31 der 88 Sternbilder. Seine Nachbarn sind der Luchs im Norden, die Zwillinge im Westen, Kleiner Hund und Wasserschlange im Süden sowie der Löwe und der Kleine Löwe im Osten.
Die Ekliptik verläuft mitten durch den Krebs, ganz nahe an der Krippe und dem Stern Asellus Australis. Deshalb zieht der Mond regelmäßig dicht an dem Sternhaufen vorbei oder sogar vor ihm entlang, und auch Planeten stehen immer wieder in seiner Nähe.
So findest du das Sternbild Krebs
Am zuverlässigsten findest du den Krebs als dunkle Lücke zwischen zwei hellen Nachbarn: Suche Pollux in den Zwillingen und Regulus im Löwen, und schau etwa auf die Mitte dazwischen. Dort liegt die Krippe als heller Nebelfleck, das Zentrum des Krebses.
So gehst du vor:
- Pollux suchen: Der hellere der beiden Zwillingssterne steht an Spätwinterabenden hoch im Süden bis Südosten.
- Regulus suchen: Der hellste Stern im Löwen steht weiter östlich, am unteren Ende der „Sichel“.
- Die Mitte anpeilen: Etwa auf halber Strecke zwischen Pollux und Regulus siehst du unter dunklem Himmel einen kleinen, milchigen Fleck: die Krippe (M44).
- Die Eselchen finden: Gleich nördlich und südlich der Krippe stehen die schwachen Sterne Asellus Borealis und Asellus Australis. Von hier aus ergänzt du die Beine des Krebses bis zu Tarf im Südwesten und Acubens im Süden.
Als dritte Hilfe dient Prokyon im Kleinen Hund: Er bildet mit Pollux und Regulus ein großes Dreieck, in dessen nördlichem Teil der Krebs liegt. Ein Fernglas macht die Suche deutlich einfacher. Wann der Krebs zu deiner Uhrzeit wo steht, zeigt dir eine drehbare Sternkarte. Mehr Tipps findest du im Ratgeber Stern finden.
Wann ist der Krebs sichtbar?
Am besten beobachtest du das Sternbild Krebs in Deutschland von Februar bis April am Abendhimmel. Im März steht es gegen 21 Uhr am höchsten im Süden, im Februar etwa um 23 Uhr.
Schon ab Dezember geht der Krebs am späten Abend im Osten auf. Ab Mai sinkt er abends in den Westen, im Hochsommer ist er nicht zu sehen. Wichtiger als die Jahreszeit ist beim Krebs aber ein dunkler Himmel: Bei hellem Mondlicht oder in der Stadt verschwinden seine schwachen Sterne.
Warum der Krebs im Juli nicht zu sehen ist
Das Sternzeichen Krebs umfasst in der Astrologie den Zeitraum vom 22. Juni bis 22. Juli. Durch die Präzession der Erdachse haben sich Sternzeichen und Sternbilder seit der Antike um fast ein ganzes Zeichen gegeneinander verschoben. Die Sonne steht heute tatsächlich etwa vom 21. Juli bis 10. August im Sternbild Krebs. In dieser Zeit ist es nachts nicht zu beobachten.
Ein Überbleibsel aus der Antike ist der „Wendekreis des Krebses“: In der Antike, vor mehr als 2.000 Jahren, stand die Sonne zur Sommersonnenwende im Krebs. Heute steht sie zu diesem Zeitpunkt längst weiter westlich, der Name ist aber geblieben.
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Jetzt gestalten →Mythologie: der Krebs im Kampf gegen Herakles
In der griechischen Mythologie ist der Krebs Karkinos, den die Göttin Hera schickte, um Herakles im Kampf gegen die Hydra zu stören. Herakles zertrat ihn, Hera versetzte ihn zum Dank an den Himmel.
Die Hydra, eine vielköpfige Wasserschlange, war eine der zwölf Aufgaben des Herakles. Hera, die Herakles feindlich gesinnt war, ließ während des Kampfes einen Riesenkrebs aus dem Sumpf auftauchen, der den Helden in den Fuß zwickte. Herakles machte kurzen Prozess mit ihm. Passend dazu grenzt das Sternbild Krebs am Himmel direkt an die Wasserschlange (Hydra).
Die beiden Sterne neben der Krippe heißen „Eselchen“ (Aselli). Der Sage nach ritten der Weingott Dionysos und sein Begleiter Silenos auf Eseln in den Kampf gegen die Giganten. Deren lautes Schreien soll die Gegner in die Flucht geschlagen haben. Zwischen den Eselchen liegt passend die „Krippe“, aus der sie fressen.
Besonderheiten im Sternbild Krebs
Die größte Besonderheit des Krebses ist die Krippe (M44), einer der hellsten offenen Sternhaufen am Himmel. Dazu kommen ein sehr alter Sternhaufen und ein bekanntes Planetensystem.
- Krippe / Praesepe (M44): Der Sternhaufen ist rund 600 Lichtjahre entfernt und mit bloßem Auge als Nebelfleck sichtbar. Galileo Galilei beschrieb ihn 1610 als Erster nach Beobachtungen mit dem Fernrohr als Ansammlung einzelner Sterne. Im Fernglas ist die Krippe eines der schönsten Objekte des Frühlingshimmels.
- M67: Ein offener Sternhaufen nahe Acubens und einer der ältesten bekannten seiner Art. Im Fernglas wirkt er als schwacher Nebelfleck.
- 55 Cancri: Ein Stern an der Grenze der Sichtbarkeit mit bloßem Auge, um den mehrere Exoplaneten kreisen.
- ι Cancri: Ein schöner Doppelstern für kleine Teleskope mit einem gelblichen und einem bläulichen Partner.
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Die hellsten Sterne im Krebs
| Stern | Helligkeit | Besonderheit |
|---|---|---|
| Tarf (β Cancri) | 3,5 mag | Hellster Stern im Krebs, orangefarbener Riese im Südwesten des Sternbilds |
| Asellus Australis (δ Cancri) | 3,9 mag | Das „südliche Eselchen“, steht direkt neben der Krippe und fast auf der Ekliptik |
| ι Cancri | 4,0 mag | Doppelstern im Norden, im kleinen Teleskop gelb und bläulich |
| Acubens (α Cancri) | 4,3 mag | Trotz α-Bezeichnung nur der vierthellste Stern; nahe dem Sternhaufen M67 |
| Asellus Borealis (γ Cancri) | 4,7 mag | Das „nördliche Eselchen“, bildet mit δ Cancri das Tor zur Krippe |
Helligkeit in scheinbarer Größe (mag): Je kleiner der Wert, desto heller. Mit bloßem Auge sind unter dunklem Himmel Sterne bis etwa 6 mag sichtbar, in der Stadt meist nur bis 3–4 mag.
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